Jodie Picoult, auf deren Roman dieser Film beruht, ist bekannt dafür, dass sie unbequeme, ethisch-moralische Themen aufgreift und den Finger darauf legt. In „Beim Leben meiner Schwester“ geht es um die Frage, ob Leben gezeugt werden darf, um anderes Leben zu retten und in wie weit das, was genetisch-technisch möglich auch moralisch vertretbar ist:
Anna Fitzgerald ist eigentlich nur auf der Welt, weil ihre ältere Schwester Kate an Leukämie leidet. Weil weder ihre Eltern noch ihr Bruder als genetischer Spender für ihre Schwester in Frage kommen, haben sich ihre Eltern vor 12 Jahren entschlossen, ein genetisch passendes Retortenbaby zu zeugen, dass als ‚Ersatzteillager‘ für Kate dienen kann. Bis zu ihrem 11. Lebensjahr spendet Anna ihrer Schwester immer wieder Blut und Knochenmark. Doch dann gerät Kates Leukämie in die Remission, und das drohende Nierenversagen erfordert es, dass Anna ihrer Schwester eine Niere spenden soll. Aber Anna weigert sich. Zum Entsetzen ihrer Mutter Sara, einer erfolgreiche Anwältin, die ihre Karriere aufgegeben hat, sich ganz der Pflege von Kate widmet und Annas Aufbegehren verständnislos gegenüber steht. Doch Anna geht noch eine Schritt weiter: Sie will „medizinisch emanzipiert“ von ihren Eltern sein und nimmt sich eine Anwalt, um dieses Recht vor Gericht zu erstreiten.
Beim Leben meiner Schwester
| Kein | Wenig | Mittel | Stark | ||
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Qualität
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| Humor/Unterhaltung |
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| Familienfreundlichkeit |
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| verunglimpfende Sprache |
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| Action/Gewalt |
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| Erotik (Sex/Nacktszenen) |
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Inhalt
Zusammen-
fassung
Regisseur Nick Cassavetes hat sich mit diesem Film an ein heikles und sensibles Thema gewagt. Es gelingt ihm, durch eine vielschichtige Erzählweise aus Rückblenden, Momentaufnahmen, Kommentaren aus dem Off und dem Wechsel der Erzählerperspektiven einen Eindruck von dem Leidensweg zu vermitteln, mit dem sich diese fünf Familienmitglieder, jeder auf seine Weise, auseinandersetzen müssen. Cassavetes setzt hier durchaus auch auf Emotion. Aber darin liegt auch die Schwäche des Films. Man ahnt ja, dass es kein Happyend geben wird, aber trotz einiger inspirierender Momente um Familienzusammenhalt und Aufopferungsbereitschaft bleibt der Grundtenor des Films deprimierend und verzweifelt. Die größere Frage nach dem ‚Sinn‘ umschifft Cassavetes lieber. Was gibt uns Hoffnung, wenn wir mit dem Tod konfrontiert sind? Was und wer gibt uns Halt? Cassavets Film suggeriert hier, dass die Frage nach Leben und Sterben letztendlich nicht sinnvoll zu lösen ist. Das lässt einen erdrückenden und schalen Nachgeschmack beim Zuschauer zurück.
Rezension
Mit guten darstellerischen Leistungen, insbesondere von Abigail Breslin als „Anna“, einer manchmal zu ‚schrillen‘ Cameron Diaz als Mutter, einem glaubwürdigen Alec Baldwin als Annas Anwalt und einer hervorragenden Joan Cusack als Familienrichterin, ist der Film handwerklich solide und gut anzuschauen. Nur der überladene Soundtrack im Hintergrund hätte durchaus weniger sein dürfen, denn das hat der Film schon alleine wegen des emotional angreifenden Themas nicht nötig.