Leider leidet dafür die Story. „Harry Potter und der Halbblut-Prinz“ stellt mehr das Bindeglied, bzw. den „Füll-Film“ zwischen der Wiederkehr von Voldermort und dem großen Finale in Band 7 dar. Deshalb fehlt ihm die eigene, abgeschlossene Geschichte mit dazugehörigem Spannungsbogen, und die einzelnen Handlungsstränge ‚plätschern’ ein wenig vor sich hin. Das mag auch daran liegen, dass der Film – im Gegensatz zum Buch – wieder stak reduziert wurde, und etliche Entwicklungsschritte, gerade wenn es z.B. um die Ergründung Voldemorts Vergangenheit geht, weggelassen wurden. So wirkt manches zerrissen und ein wenig gestückelt, und es will sich kein wirklicher Handlungsfluss einstellen.
Ein Großteil des Filmes beschäftigt sich diesmal mit den Irrungen und Wirrungen der pubertierenden Verliebten: Wenn Ron von Lavender Brown umgarnt wird und Hermine vor Eifersucht nicht weiß wohin; wenn Harry plötzlich seine Gefühle für Ginny entdeckt, sich aber als Rons bester Freund nicht traut dem nachzugeben; wenn mit Liebestrank gefüllte Pralinen zum Einsatz kommen, dann ist das alles nett anzusehen, hat einen gewissen Witz und gibt dem Film hier auch ein wenig Leichtigkeit.
Der Teil, in dem Harry und Dumbledore das Geheimnis aus Voldemorts Vergangenheit lüften ist dagegen eher für Erwachsene: bestechend atmosphärisch und sehr düster. Gerade die Szenen in der verborgenen Höhle sind hier wirklich nicht für jüngere Zuschauer geeignet. Auch die Beziehung zwischen Harry und Draco, der nun selber zu den Todessern übergelaufen ist und für Voldemort als Spion in Hogwarts tätig sein muss, hat nichts mehr von der einstigen Schuljungen-Konkurrenz. Hier stehen sich zwei
fast erwachsen gewordenen Feinde gegenüber, und der Grad der Gewalt, mit der sie sich mittlerweile begegnen, wirft schon die Schatten des im siebten Teil wartenden „Showdowns“ voraus.
Harry Potter und der Halbblut-Prinz
| Kein | Wenig | Mittel | Stark | ||
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| Anspruch |
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Qualität
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| Humor/Unterhaltung |
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| Familienfreundlichkeit |
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| verunglimpfende Sprache |
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| Action/Gewalt |
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| Erotik (Sex/Nacktszenen) |
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Inhalt
Zusammen-
fassung
Im lange erwartete sechste Teil der Harry Potter Saga ist nun auch den letzten Zweiflern unter den Zauberern klar geworden, dass Lord Voldermort zurückgekehrt ist und der Krieg zwischen Gut und Böse begonnen hat. Das bekommt gleich in den Anfangsszenen auch die Muggelwelt zu spüren, denn die Todesser begnügen sich nicht mehr nur damit, die Winkelgasse zu verwüsten, sondern auch das London der Muggel wird von ihnen attackiert. – Hier spielt „Harry Potter und der Halbblut-Prinz“ auch gleich eine seiner filmischen Stärken aus: Die Spezialeffekte können sich – wie immer – sehen lassen, und es ist schon beeindruckend, wie hier virtuell eines der neuen Wahrzeichen Londons, die Millenium Brücke, zum Einsturz gebracht wird. Ob nun die Todesser apparieren oder der Fuchsbau niedergebrannt wird – filmisch beeindruckend und handwerklich sehr gut gemacht ist dieser Film auf jeden Fall.
Rezension
Insgesamt ist Harry Potter und der Halbblut-Prinz gutes Kino: Gut gespielt,
schön gefilmt, handwerklich und technisch perfekt und mit viel Liebe zum Detail gemacht; trotzdem wird man nicht richtig gepackt. Letztendlich fehlt es diesem Film am eigenen Charakter, und er bleibt eine Brücke zwischen Teil 5 und Teil 7. Trotzdem: Harry Potter Fans werden auf ihre Kosten kommen.
Zu empfehlen ist der Film aber tatsächlich erst ab 12 Jahren, denn einige Szenen sind in der Tat sehr düster.