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Die Päpstin

Kein Wenig Mittel Stark
Anspruch

Qualität

Humor/Unterhaltung
Familienfreundlichkeit
verunglimpfende Sprache

Inhalt

-2
Action/Gewalt
Erotik (Sex/Nacktszenen)

Inhalt

Eines sei gleich vorweg geschickt: Die historisch-theologische Frage, ob es „Die Päpstin“ tatsächlich gab oder nicht, wird in Sönke Wortmanns Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Donna W. Cross aus den Neunziger Jahren nicht thematisiert. Der Regisseur hält sich erstaunlich nah an den ursprünglichen Stoff und erzählt sehr getreu den Aufstieg und Fall der Johanna nach:
814 n. Chr. wir Johanna in ärmlichen Verhältnissen in Ingeslheim geboren. Sie ist intelligent und wissbegierig und ihr Bruder bringt ihr – trotz Verbot ihres sadistischen Vaters, eines Dorfpredigers, der nur Zucht und „göttliche Ordnung“ kennt – Lesen und Schreiben bei. Bei einem Besuch im Dorf wird der Leiter der Domschule, auf Johanna aufmerksam und nimmt sich ihrer an. Jahre später wird sie dann sogar an der nur für Jungen bestimmten Domschule aufgenommen. Auch Graf Gerold ist von dem Mädchen beeindruckt und bietet ihr bei seiner Familie Unterkunft an. Doch im Laufe der Zeit führen Neid und Eifersucht dazu, dass die mittlerweile erwachsen gewordene Johanna gegen ihren Willen verheiratet werden soll. Hier greift das Schicksal ein: Als Johanna und ihr Bräutigam, ein dumpfer Schmied, gerade getraut werden sollen, dringen die Normannen in die Kirche ein und metzeln die Hochzeitsgesellschaft nieder. Johanna jedoch kann entkommen und nutzt die Gunst der Stunde, um sich fortan mit Tonsur und abgebundener Brust als „Bruder Johannes“ durch die Welt zu schlagen. In einem Bendiktinerkloster findet sie Zuflucht und erlernt die Heilkunst, die ihr später, als sie auf Umwegen nach Rom gelangt, gute Dienste erweist. Sie kann Papst Sergius von seiner Gicht heilen, der sie dafür fortan unter seine Fittiche nimmt. Johanna gerät in ein Machtgerängel, tritt aber letztlich die Nachfolge von Sergius an. Doch Johannes, alias Johanna, hat sich schon längst in ihren ehemaligen Wohltäter, Graf Gerold, verliebt. Als sie ihren Gefühlen nachgibt und sich auf die Liebesbeziehung einlässt, wird sie schwanger. Die Tatsache, dass sie eine Frau ist, kann nun nicht länger geheim gehalten werden…

Zusammen-
fassung

Leider schafft es die Verfilmung nicht über einen sehr konventionell inszenierten Historienschinken hinaus: Abenteuer, Kriegsgetümmel, verbotene Liebe – alles leider mehr „Dornenvögel“ als handfester Einstieg in die Materie, die durchaus hätte herausfordernd sein können. Sönke Wortmann bleibt an der Oberfläche, trotz opulenter Ausstattung, und auch seinen Figuren kann man keine Tiefe abgewinnen.

Rezension

„Johanna“ (Johanna Wokalek) bleibt weitestgehend androgyn-farblos, John Goodman als „Papst Sergius“ soll wohl so etwas wie ‚comic relief‘ in das Geschehen bringen, und der irgendwie gar nicht alternde „Graf Gerold“ hölzert sich so durch die Geschichte. Und so ist „Die Päpstin“ weder eine vielschichtige Emanzipationsgeschichte, noch ein Geschichtsepos auf der Suche nach historischer Wahrheit geworden, sondern leider nur Popcorn-Kino, das auf oberflächliche Unterhaltung abzielt.

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Film Details

KINO

Veröffentlichungsdatum: 22.10.2009
Schauspieler: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen
Genre: Abenteuer
Altersfreigabe: ab 12
Laufzeit: 148 Minuten

Studio: Constantin Film
Regie: Sönke Wortmann
Ausführender Produzent: Martin Moszkowicz, Oliver Berben
Produzent: Silvia Tollmann
Drehbuch: Sönke Wortmann, Heinrich Hadding
Originaltitel: Die Päpstin
Webseite: http://www.constantin-film.de

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