Ein weiterer Film mit diversen Oskarnominierungen , nicht zuletzt für den besten männlichen Hauptdarsteller: George Clooney ist Ryan Bingham – oder ist er doch George Clooney? Der ewige Single, für den die Frauen schwärmen, der sich aber nie für eine entscheiden kann? Der smarte Sonnyboy, der durch die Welt jettet, ungebunden, unverbindlich und immer mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen. Sicherlich kokettiert „Up in the Air“ hier mit dem Image seines Hauptdarstellers, dem es allerdings gelingt, dem Protagonisten Ryan Bingham eine authentische Entwicklung zu geben:
Ryan ist der Inbegriff des globalisierten Menschen: Flexibilität und Mobilität sind in ihm verkörpert - absolute berufliche Effizienz und das völlige Zurückstellen aller Emotionen zugunsten seiner Arbeit. Hier kann er auch noch das für ihn Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, denn Ryan Bingham ist passionierter Meilen-Sammler, ein Viel-Flieger, dem es um das Sammeln an sich, die reine Anzahl seiner Flugmeilen, um ‚upgrades‘ und Luxus auf Reisen geht, und der stolz darauf ist, 322 Tage des vergangenen Jahres im Hotel verbracht zu haben. Und so jettet Ryan von Stadt zu Stadt, um dort als „Firmenberater“ für die Bosse die weniger angenehmen Arbeiten zu verrichten: Er wird eingeflogen, um die Leute zu entlassen. Überaus freundlich macht er das und nie ohne tröstend darauf hinzuweisen, dass so ein Rausschmiss ja auch immer eine neue Chance sein kann. Und menschlich völlig unberührt von den Schicksalen, die er zurück lässt, steigt er gleich wieder in den nächsten Flieger auf der Jagd nach noch mehr ‚upgrades‘, und „der 10-Millionen-Meilen-Schallmauer“, die bisher nur 6 Menschen erreicht haben und die ein ewiges Luxusleben an Bord jeder American Airlines Maschine verspricht. Doch sein Leben gerät aus den Fugen, als die junge Natalie seinem Chef ein neues Konzept unterbreitet, bei dem die Angestellten per Webcam gefeuert werden können und die Vielfliegerei entfällt. Plötzlich selber betroffen nimmt Ryan Natalie mit auf einen seiner Trips, um ihr zu zeigen, dass bei einer Entlassung wenigstens geheuchelte persönliche Anteilnahme unerlässlich ist. Und dann trifft er noch Alex, eine Managerin, die ebenso wie er von Termin zu Termin fliegt und die plötzlich sein rastloses Single-Leben und seine ständige Unverbindlichkeit ins Wanken bringt.
Up in the Air
| Kein | Wenig | Mittel | Stark | ||
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| Anspruch |
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Qualität
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| Humor/Unterhaltung |
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| Familienfreundlichkeit |
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| verunglimpfende Sprache |
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| Action/Gewalt |
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| Erotik (Sex/Nacktszenen) |
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Inhalt
Zusammen-
fassung
Regisseur Jason Reitman hat eine geistreiche und scharfsinnige Gesellschaftssatire über unsere schnelllebige, unverbindliche Zeit geschaffen: Menschen, die Probleme damit haben, sich festzulegen und Verantwortung zu übernehmen, einen un-personalisierten Arbeitsalltag, der von fragwürdigen Entfremdungstechniken beherrscht wird, ein unbarmherziges Wirtschaftssystem, das von der Abwesenheit des Menschlichen geprägt ist. Und trotzdem ist dieser Film zu allererst eine Komödie. Mit unglaublichem Tempo und einem hervorragenden Gespür fürs richtige Timing erzählt Reitman seine Story. Und ein George Clooney, der mit viel Charme eine wunderbare Performance hinlegt, brilliert in der Rolle des Ryan Bingham.
Rezension
Kluger Witz, kleine Gags und große Ironie machen diesen Film, trotz aller ernsten beigemischten Thematik, zur perfekten Unterhaltung. Auch wenn der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben ist, können sicherlich erst Kinder bzw. Jugendliche ab 12 sowohl den Beziehungsproblemen sowie den subtileren Themen, die in diesem Film verarbeitet werden, folgen.